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Ratgeber Chiptuning - Mehr Leistung ohne Umbau?

Chiptuning wird häufig als einfachste und schnellste Methode angepriesen, um einem Serienmotor zu mehr Leistung zu verhelfen. Dabei wird üblicherweise auf Leistungsreserven verwiesen, die der Serienmotor angeblich ab Werk hätte. Ein Risiko gäbe es demnach nicht. Das Ganze gibt es beim Hinterhof-Tuner bereits ab ca. 200 Euro. Schnell und günstig, ohne Risiko zu mehr Leistung? Das klingt zu gut, um wahr zu sein. Ist es in der Regel auch nicht. Wir erklären, was es mit Chiptuning auf sich hat.

Was passiert beim Chiptuning

Das Konzept des Chiptunings ist vergleichsweise einfach. Die Motorfunktionen eines modernen Autos werden mittels Steuergerät überwacht und reguliert. Auf diese Weise werden die Verbrennungsabläufe so gesteuert und kontrolliert, das ein bestimmtes Fahrverhalten unter Beachtung der gültigen Abgasnormen möglich ist. Mittels Chiptuning wird in diese Steuerung eingegriffen, indem entweder die Steuerparameter geändert oder dem Steuergerät mittels vorgeschalteter Tuningbox falsche Sensorwerte übermittelt werden. Das Steuergerät reagiert mit Anpassungen der Einspritzmenge und/oder des Ladedrucks. Mehr Luft und mehr Kraftstoff resultieren in mehr Leistung.

Motor eines VW Golf VII Variant

Ryosuke Yagi @flickr.com (CC BY 2.0)

Nachteile des Chiptunings

Turbolader eines VW GolfAllerdings führt mehr Leistung auch zu mehr Problemen, denn schließlich hat es einen Grund, warum der Motor mit den vom Hersteller vorgegebenen Kennfeldern arbeitet. Im günstigsten Fall erhöht sich nach dem Chiptuning nur der Verschleiß aufgrund der größeren Belastung, doch auch Defekte und Ausfälle können die Folge sein. Anders als häufig behauptet, sind selbst gleich aussehende Motoren unterschiedlicher Leistungsstufen nicht vergleichbar und schon gar nicht identisch. Die Komponenten wie Einspritzdüsen, Turbolader und Ladeluftkühler werden aufeinander abgestimmt und auf das Leistungsniveau des Motors angepasst. So muss u.a. der Turbolader deutlich schneller drehen, um den Ladedruck so zu erhöhen, dass sich ein messbarer Effekt einstellt. Dass belastet die Lager und insbesondere die Schaufelräder. Im schlimmsten Fall zerlegt es den Turbolader, weil er der Belastung nicht standhalten kann. Auch die Einspritzdüsen sind in der Regel nicht darauf ausgelegt, die größere Spritmenge zu handhaben. So muss die Einspritzdauer erhöht werden, was dazu führt, dass Kraftstoff teilweise auf den bereits heruntersausenden Kolben gespritzt wird.

Der überhitzt und außerdem läuft der Sprit in den Rußfilter. Beim Freibrennen macht sich dieser dann nicht nur durch eine Rußwolke bemerkbar, sondern kann bei Temperaturen von über 1000°C auch einfach schmelzen. Gleiches gilt für Turbolader und Katalysator. Daher werden bei stärkeren Aggregaten immer hochwertigere Materialien eingesetzt, die den Anforderungen auch genügen. Dass ein 90 PS-Motor nicht mit einem 130 PS-Motor vergleichbar ist, sollte einem schon deswegen klar sein, weil ein Hersteller keinerlei Interesse haben kann, seinen eigentlich leistungsfähigeren Motor künstlich zu verschlechtern. Einzige Ausnahme: Andere verbaute Komponenten machen dies notwendig. In diesem Fall ist allerdings durch Chiptuning nichts gewonnen, weil über kurz oder lang Probleme zu erwarten sind. Motoren werden vielmehr durch lange Testreihen auf ein Optimum getrimmt, bei der Leistung und Ausfallwahrscheinlichkeit in einem günstigen Verhältnis stehen. Immerhin handelt es sich um wichtige Kaufkriterien.

Haftung nach Chiptuning

Nicht nur der Motor muss die eventuelle Leistungssteigerung des Chiptunings aushalten, denn auch andere Teile des Antriebstranges werden übermäßig beansprucht. So sitzt z.B. auf der Kurbelwelle das Zweimassenschwungrad, dessen Aufgabe es ist, die Drehungleichheiten des Motors zu kompensieren. Wird das Drehmoment durch das Chiptuning zu hoch, werden die Dämpfungsfedern der Schwungscheibe bis zum Anschlag belastet und können schlicht platzen. Auch Kupplung und Getriebe sind in der Regel auf die Leistung des Autos abgestimmt und nur begrenzt in der Lage, dauerhafte Leistungssteigerungen schadlos zu überstehen. Und wer haftet bei Schäden durch Chiptuning? Die Versicherung sicher nicht. Der Hersteller auch nicht. Der Tuner? Höchstens für das Chiptuning selbst. Die einfache Antwort: Sie haften! Wer sich für ein Chiptuning entscheidet, sollte sich klarmachen, dass alle Schäden, die zukünftig an Teilen auftreten, die mit dem Tuning in einem Zusammenhang stehen, auf eigene Kosten repariert werden müssen. Dabei ist es egal, ob das Chiptuning ursächlich für den Schaden ist, denn der Nachweis, dass es das nicht war, dürfte schwer fallen. Seriöse Tuner bieten daher zum Mehrpreis Garantieleistungen an, doch auch dann sollte man das Kleingedruckte lesen. Abgesicherte Schäden umfassen häufig nur unmittelbar betroffene Motorkomponenten wie z.B. den Turbolader. Kupplung und Getriebe bleiben in aller Regel Ihr Problem.

Rechtslage beim Chiptuning

Wer sich partout nicht von dem Gedanken des Chiptunings lösen kann, sollte zumindest beachten, dass der Eingriff eine klare Bauartveränderung des Kfz darstellt. Sie benötigen also die Abnahme durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer z.B. von DEKRA oder TÜV und eine Änderung in der Zulassungsbescheinigung bzw. Sie müssen das Teilegutachten und den Einbaubeleg stets mitführen. Wer dies nicht beachtet, riskiert zum einen Bußgeld und Punkte in Flensburg und natürlich erlischt auch die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug. Sie dürfen das Auto also nicht mehr im Straßenverkehr bewegen. Im Wiederholungsfall droht sogar Fahrverbot. Auf die Aussagen windiger Tuner, dass das Chiptuning gar nicht auffallen würde, sollten Sie sich nicht verlassen, schließlich sind Fahrzeuge mit geänderter Motorsteuerung bereits in einer Abgasuntersuchung deutlich erkennbar. Im schlimmsten Fall droht dann sogar ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung, denn schließlich bemisst sich die KFZ-Steuer auch am CO2-Ausstoß des Wagens, sodass neben der Eintragung häufig auch eine neue Steuerklasse fällig wird. Haben Sie dies beim Finanzamt nicht angezeigt, droht richtig Ärger.

Heckansicht eines Audi A4

MotoTec Exhaust @flickr.com (CC BY 2.0)

Fazit zum Chiptuning

Die Verheißung des Chiptunings schnell und günstig an mehr Leistung zu kommen, erweist sich bei genauer Betrachtung als riskantes Glücksspiel. Wenn man rechtlich und mit Garantie auf der sicheren Seite stehen möchte, kommt man beim Chiptuning oft nicht besser weg, als hätte man gleich einen stärkeren Serienmotor gekauft. Professionelles Chiptuning ist meist deutlich aufwendiger und teurer, als sich der Laie dies vorstellt. Chiptuning kann allerdings einen sinnvollen Beitrag zur Leistungssteigerung leisten, wenn alle Komponenten des Autos als Gesamtpaket optimiert werden. Allein für sich genommen raten wir hingegen vom Chiptuning ab.

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