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Was tun bei Wildunfall?

Rehe auf der Fahrbahn

Nicht immer lassen sich Wildunfälle vermeiden. Wie Sie richtig reagieren, erfahren Sie in unserem Ratgeber. (Bild: miksov @istockphoto.com)

Zwischen 220.000 und 250.000 registrierte Unfälle mit Tieren ereignen sich jedes Jahr auf deutschen Straßen. Damit gehört der Wildunfall zu den häufigsten Unfallursachen und macht fast 10% aller erfassten Geschehen aus. Über eine halbe Milliarde Euro wendet die deutsche Versicherungswirtschaft jährlich auf, um entsprechende Schäden zu regulieren. Neben Sachschäden sind auch immer wieder Personenschäden mit Todesfolge zu beklagen. Grundsätzlich ließen sich Schwerverletzte und Tote aber vermeiden, wenn man ein paar Verhaltensregeln beachtet, die wir im weiteren vorstellen werden.

Definition eines Wildunfalls

Als Wildunfall werden in Deutschland nur die im Straßenverkehr getöteten Paarhufer erfasst, die dem Jagdrecht unterliegen. Dazu zählen zählen Rehe, die größeren Dam- und Rothirsche sowie Wildschweine. Dieses durch Autofahrer "erlegte" Fallwild dient als Basis für die Unfallstatistik des Deutschen Jagdverbandes. Nicht berücksichtigt werden dabei Kollisionen mit kleineren Tieren wie Hasen, Dachsen, Füchsen, Vögeln oder Igeln und so geht der DJV davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Zusammenstöße zwischen Autos und Tieren viermal so hoch ist. In einer Studie in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz stellte der Verband fest, dass die Sterblichkeit im Verkehr für einige Arten mittlerweile die Geburtenrate übersteigt und die Todesursache Nummer eins darstellt. Bis zu 50% aller toten Luchse, Dachse und Feldhasen gehen auf das Konto von Autofahrern. Auch Biber und Otter sind häufige Opfer, denn die Tiere sind meist dämmerungs- und nachtaktiv und auf der Straße schlecht zu sehen. Übrigens: Unfälle mit Haus- und Nutztieren wie z.B. Hunden, Katzen, Schafen, Ziegen, Pferden oder Kühen gelten zwar nicht als Wildunfälle, doch alle Verhaltenstipps sollte man natürlich analog beachten.

Verkehrszeichen 142-10 - Wildwechsel

Fahren Sie besonders in der Dämmerung vorsichtig, wenn Sie dieses Schild sehen und achten Sie auch auf den Fahrbahnrand.

Ursachen für einen Wildunfall und Vermeidungsstrategien

Die Hauptursache für Wildunfälle ist die Zerklüftung zusammenhängender Lebensräume durch Straßen und Schienen. Häufig kreuzt die entsprechende Infrastruktur Pfade, von denen das Wild nicht abweicht und die dann durch das Warnschild für Wildwechsel gekennzeichnet sind. Als einzelner Autofahrer kann man den Verlauf der Straße natürlich nicht beeinflussen, allerdings hat man Kontrolle über die eigene Geschwindigkeit. Nehmen Sie daher das Warnschild ernst und fahren Sie mit angepasstem Tempo. Zudem sollten Sie insbesondere in der Morgen- und der Abenddämmerung sowie in der Brunftzeit den Fahrbahnrand beobachten. Sehen Sie Wild, dann nehmen Sie den Fuß vom Gas, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Reh, welches Sie nicht sehen, auf die Straße springt, steigt durch die Anwesenheit der Artgenossen. Rehe sind auch mit Abstand die häufigsten Opfer bei Wildunfällen. Allein im Jahr 2017 starben 195.400 Tiere. Da vor allem Zusammenstöße mit großem Wild die eigene Sicherheit gefährden, sollten Sie auch die Paarungszeiten im Hinterkopf behalten; für Damwild ist das Oktober bis November. Zwischen September und Oktober ist das Rotwild aktiv, während Rehe schon ab Juli bis ca. August unruhig werden. Die Paarungszeit für Wildschweine beginnt im November und zieht sich bis Februar.

Verhalten bei auftretendem Wild

Die erste und meist instinktive Reaktion bei auftauchendem Wild ist Ausweichen. Durch hektische Manöver bringen Sie aber sowohl sich als auch andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Machen Sie sich klar, dass der Zusammenstoß mit einem Reh der Kollision mit einem Baum in jedem Fall vorzuziehen ist. Außerdem geht die Beweislast, dass es sich um einen Wildunfall handelt, bei Ausweichmanövern auf den Fahrer über. Natürlich kann man Instinkte nicht beherrschen und daher ist es wichtig, mit der richtigen Grundeinstellung Auto zu fahren. Sind Sie bei Dämmerung auf Land- und Bundesstraßen unterwegs, dann behalten Sie das mögliche Auftauchen von Wild stets im Hinterkopf und fahren Sie konzentriert. Autobahnen mit ihrem hohen Verkehrsaufkommen werden durch Wild meist nicht gekreuzt. Sehen Sie das Tier rechtzeitig, dann schalten Sie das Fernlicht aus und nutzen Sie die Hupe, um es zu vertreiben. Versuchen Sie bei kleineren Wildtieren wie Füchsen oder Igeln auch Notbremsungen zu vermeiden, wenn Sie nicht gerade alleine auf der Straße unterwegs sind. In der Regel kann der nachfolgende Verkehr das Hindernis gar nicht wahrnehmen und eine unvermittelte Gefahrenbremsung führt unter Umständen zu schlimmen Auffahrunfällen.

Verhalten nach dem Wildunfall

Wie bei allen Unfällen gilt auch bei einem Wildunfall zunächst die Ruhe zu bewahren und nicht panisch zu reagieren. Schalten Sie die Warnblinkanlage ein und sichern Sie die Unfallstelle durch das Aufstellen eines Warndreiecks ab. Informieren Sie im Anschluss die Polizei. Den Unfallort zu verlassen, stellt zwar keine Fahrerflucht dar, ist jedoch ein Verstoß gegen das Jagdausübungsrecht und kann des Weiteren als Tierquälerei im Sinne des Tierschutzgesetzes ausgelegt werden, sollte das Tier noch leben. Die Polizei wird den Jäger bzw. den Jagdpächter informieren, der entweder das verwundete Tier aufspürt und erlöst oder den Kadaver entsorgt. Der Jäger wird auch eine Unfallbescheinigung ausstellen, die für die Regulierung des Schadens wichtig ist. Es ist zudem ratsam, den Tierkörper und die Aufprallstelle durch Fotos zu dokumentieren. Keinesfalls sollten Sie versuchen, einem verletzten Tier alleine zu helfen. Verwundetes Wild reagiert in der Regel aggressiv und kann Krankheiten wie z.B. Tollwut übertragen. Das Mitnehmen von totem Wild stellt übrigens den Straftatbestand der Wilderei dar, also verzichten Sie auf "Gulasch de la rue". Das Verwertungsrecht liegt beim Jäger bzw. Jagdpächter.

Hund auf der Fahrbahn

Unfälle mit Haus- und Nutztieren sind keine Wildunfälle, denn Sie haben einen Eigentümer, gegen den man u.U. Ansprüche geltend machen kann. (Bild: jgaunion @istockphoto.com)

Typische Schäden nach einem Wildunfall

Beherzigt man das empfohlene Verhalten bei Wildunfällen sind je nach Größe des Tieres vor allem Schäden an der Front des Autos zu erwarten. Dazu zählen vor allem der Stoßfänger, Kotflügel sowie der Kühlergrill. Auch der Kühler selbst und der Kondensator der Klimaanlage sowie der Lüfter können in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine verbeulte Motorhaube, eine gerissene Frontscheibe und beschädigte Seitenspiegel lassen sich vergleichsweise preiswert beheben. Deutlich teurer wird es jedoch, wenn der Airbag auslöst oder die Karosserie vermessen werden muss. Unter Umständen sind hochfeste Bleche oder Aluminiumteile betroffen, die nicht durch Richten in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden können. Ein erfahrener Karosseriebauer wird Sie über den Umfang der notwendigen Maßnahmen und die Kosten informieren. Die Vollkaskoversicherung trägt diese in aller Regel. Schwieriger wird die Schadensregulierung bei einer Teilkaskoversicherung, die meist nur Zusammenstöße mit Haarwild (keine Vögel, keine Nutztiere) abdeckt und etwaige Schäden durch Ausweichmanöver grundsätzlich ablehnt. Doch selbst im Falle einer erfolgreichen Reparatur und der Kostenübernahme durch die Versicherung bleiben Sie auf dem Wertverlust des Fahrzeugs sitzen, der unweigerlich mit dem Unfall einhergeht.

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