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Autodiebstahl – So schützt man sein Fahrzeug!

Tipps gegen Autodiebstahl

Autodiebe werden immer professioneller, doch mit unseren Tipps machen Sie es Langfingern schwer. (Bild: sdecoret @shutterstock.com)

In seinem derzeit aktuellsten Lagebild zur Kfz-Kriminalität stellt das Bundeskriminalamt für 2015 einen Zuwachs gestohlener Fahrzeuge fest. Demnach wurden mit 19.391 Pkw 4,5 Prozent mehr Autos „auf Dauer entwendet“ als im Vorjahr. Zwar gibt es für das betreffende Jahr noch keine Zahlen zur Gesamtschädigung, doch für 2014 sprach der Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) von über einer viertel Milliarde Euro. Wir geben Tipps zum Diebstahlschutz und verraten, was Sie tun können, um Ihr Auto vor Langfingern zu schützen.

Nützliche Tipps gegen Autodiebstahl

  • falls keine abschließbare Garage zur Verfügung steht, nach Möglichkeit an belebten und gut beleuchteten Straßen parken
  • Lenkradschloss immer einrasten und Auto mit zusätzlicher mechanischer Sicherung schützen (Lenkradkralle, Parkkralle, Gangschaltungssperre)
  • Zugang zur OBD-Buchse mit Schloss versperren
  • Fenster und Türen schließen und wegen Funkblockern Verriegelung überprüfen
  • Ersatzschlüssel nicht im oder in der Nähe des Fahrzeugs aufbewahren
  • Autoschlüssel in der Wohnung separat verwahren (nicht am Schlüsselbrett oder in der Diele)
  • eventuelles Keyless Komfortsystem des Wagens deaktivieren
  • falls nicht vorhanden GPS-Ortung nachrüsten

Autodiebstahl besonders im Osten und Norden

Betrachtet man die Zahl zugelassener Pkw im Verhältnis zu gemeldeten Diebstählen, lässt sich eine klare Häufung im Osten Deutschlands erkennen. Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind traurige Spitzenreiter der Diebstahl-Statistik und nur in Hamburg ist das Problem noch größer. Das Mekka für Autodiebe ist und bleibt jedoch Berlin, das sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen die meisten geklauten Pkw zu beklagen hat.

Autodiebstahl nach Bundesländern 2015
Bundeslandpro 100.000 Autosabsolute Werte
Berlin3814495
Hamburg1651254
Brandenburg921267
Sachsen681443
Sachsen-Anhalt50592
Mecklenburg-Vorpommern45374
Bremen45128
Nordrhein-Westfalen454349
Niedersachsen401793
Schleswig-Holstein31492
Hessen27941
Thürigen23272
Saarland17103
Rheinland-Pfalz12287
Baden-Württemberg12738
Bayern11859

Besonders begehrt: hochwertige SUV und Geländewagen

Die Statistik verrät auch, dass es Diebe insbesondere auf deutsche Premiumhersteller (mit Ausnahme von Mercedes) wie Porsche, Audi und BMW abgesehen haben. Auch Volkswagen werden häufig entwendet, während Ford- und Opel-Fahrer etwas ruhiger schlafen können. Ganz besonders begehrt sind Geländewagen und SUVs, wobei Land Rover gemessen an den Zulassungszahlen vier Mal häufiger geklaut werden als alle anderen Autos. Dabei sieht das BKA eine zunehmende Professionalisierung der Täter, die teilweise gezielt suchen und auf „Bestellung“ aktiv werden.

In der Regel handelt es sich dabei nicht um Einzelpersonen sondern kriminelle Gruppierungen. Die einzelne Beteiligten (Auftraggeber, Dieb, Fahrer/Kurier, Hehler sowie Urkundenfälscher und Spezialisten zum Verändern von Fahrzeugmerkmalen) kennen den Gesamtablauf meist nicht. Als Ganzes ist die Gruppe jedoch ist in der Lage, auch modernste Sicherungseinrichtungen eines Pkw zu überwinden und Fahrzeuge schnell außer Landes zu verbringen. Dort werden die Autos entweder im Ganzen verkauft oder in ihre Einzelteile zerlegt und als Ersatzteile über das Internet an den Mann gebracht.

Was kann man gegen Autodiebstahl tun?

Die schlechte Nachricht zuerst: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Weder Wegfahrsperre, Zündunterbrecher oder Lenkradkrallen helfen, wenn das Auto einfach aufgeladen und weggeschleppt wird. Teilweise passiert dies auch am helllichten Tag. Selbst eine Garage ist kein Hindernis, wenn der Dieb bereit ist, auch in die Wohnung einzubrechen, um dort den Schlüssel zu klauen. So dreist sind die Täter allerdings eher selten, sodass eine Garage noch immer den besten Diebstahlschutz darstellt. Wer keinen abschließbaren Stellplatz besitzt oder mieten kann, sollte versuchen, sein Auto durch mechanische oder elektronische Sicherungen zu schützen. Insbesondere mechanische Sicherheitssysteme sind eine effektive und günstige Möglichkeit, das Fahrzeug unbrauchbar zu machen und potentielle Diebe abzuschrecken.

Mechanische Sicherungssysteme als Diebstahlschutz

Zu den bekanntesten mechanischen Sicherungen gehört das Lenkradschloss, das man beim Abstellen des Fahrzeuges immer einrasten lassen sollte. Eine zusätzliche Lenkradkralle hat ebenfalls das Ziel, das Lenken des Fahrzeuges unmöglich zu machen, ist aber deutlich stabiler und je nach Ausführung bereits ab 20 Euro zu haben. Achten Sie beim Kauf sowohl auf die Passfähigkeit und testen Sie im Idealfall die Handhabung. Die Kralle sollte sich leicht anbringen lassen, schließlich muss man sie jedes Mal anlegen, wenn man das Fahrzeug abstellt. Gleiches gilt für eine Parkkralle, bei der ein massiver Bügel eines der Räder blockiert. bzw. am Rollen hindert.

Lenradkralle schützt vor Autodiebstahl
Parkkralle als Schutz vor Dieben

Auch denkbar sind Gangschaltungssperren, die den Schalthebel blockieren. Sie werden fest mit der Karosserie verbunden und lassen sich leicht bedienen, wenn sie einmal installiert sind. Ein OBD-Saver verhindert den unbefugten Zugriff auf die Fahrzeugelektronik, indem die Zugangsbuchse mittels Schloss versperrt wird. Das Aufspielen von Manipulationssoftware oder Keyprogrammern ist so nicht mehr möglich. Wer Angst um seine Felgen hat, greift zu sogenannten Felgenschlössern. Diese Radsicherungsmuttern – bzw. Schrauben lassen sich nur mit einem passenden Schlüssel drehen.

Elektronische Sicherungssysteme zum Schutz des Autos

Seit 1998 sind elektronische Wegfahrsperren verpflichtender Bestandteil aller Neufahrzeuge. Sie aktivieren sich in der Regel automatisch nach dem Abschalten der Zündung und werden meist durch einen RFID-Chip im Zündschlüssel deaktiviert. Die Kommunikation zwischen RFID-Transponder und Wegfahrsperre ist jedoch der Knackpunkt dieser Art der Sicherung, denn sie muss kryptographisch abgesichert sein. Ist dies nicht der Fall, kann das Chip-Signal aufgegriffen werden, um einen „Zweitschlüssel“ anzufertigen. Einige Hersteller setzen daher auf Zahlencodes, die vor dem Starten des Wagens eingegeben werden müssen. Die elektronische Wegfahrsperre selbst ist entweder Teil des Motorsteuergerätes oder verfügt über ein eigenes Steuergerät. Ohne die entsprechende Freigabe wird der Motor nicht gestartet.

Ältere Fahrzeuge arbeiten hingegen mit der sogenannten Dreikreisunterbrechung, bei der Zündung, Treibstoffzufuhr oder Anlasser mittels Relais unterbrochen werden. Sie können auch nachgerüstet werden, bieten aber nur mäßigen Schutz, weil sich die Unterbrechung in der Regel überbrücken lässt. Auch Alarmanlagen gehören zu den elektronischen Sicherungssystemen eines Autos und melden sich lautstark, wenn Tür oder Heckklappe unbefugt geöffnet werden oder in den Innenraum gegriffen wird. Eine Neigungsüberwachung gegen Abschleppen ist jedoch selten.

Auffinden gestohlener Fahrzeuge mittels GPS

Während sich die bisherigen Ansätze damit beschäftigen, den Diebstahl des Autos zu verhindern, befassen sich GPS-Systeme mit dem Auffinden eines gestohlenen Wagens. Sie sind entweder als Teil des Sicherheitskonzeptes bereits verbaut oder lassen sich leicht nachrüsten. Das Auto meldet vom Fahrer unbemerkt seinen Standort und kann sichergestellt werden. Natürlich muss beim Nachrüsten darauf geachtet werden, dass das System nicht auffindbar ist. Auch die Energieversorgung muss jederzeit sichergestellt sein.

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