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Nachwuchs im Rennboot - Isabell Weber beim ADAC Motorboot Cup

Einmal im Jahr muss sich Isabell Weber auf den Ernstfall vorbereiten. Man bittet sie in eine Art Boot und wirft sie ins Wasser. In voller Montur, mit Rennanzug und Schwimmweste am Leib, muss sich die Powerfrau befreien. Dabei kann sie auf eine Sauerstoffflasche zugreifen, denn die hat sie auch bei Rennen immer an Bord - Isabell Weber ist Rennbootpilotin. Der so genannte „Turtle-Test“ im Überschlagssimulator gehört zum Routineprogramm der exzentrischen Sportart, denn Überschläge bei Motorbootrennen sind nicht selten. „Der Sauerstoff reicht zwei bis drei Minuten“, sagt Weber. Das ist nicht viel, wenn das Boot auf dem Dach liegend vollzulaufen droht. „Man muss versuchen, die aufsteigende Panik zu unterdrücken.“ Bei Motorbootrennen läuft vieles anders ab als bei Autorennen. „Es ist wie die Formel 1 auf dem Wasser“, sagt Weber immer, wenn einer fragt, was sie da treibe.

Isabell Weber - Mit Spaß und Ehrgeiz im Rennkatamaran. (Bild: ADAC Motorsport)

Der Vergleich stimmt grundsätzlich. Doch die Gemeinsamkeiten enden beim Sprint um schnelle Rundenzeiten. „Das Knifflige ist: Jeder Streckenabschnitt ist immer wieder anders“, sagt Weber. Bei Autorennen könne man die Kurven, den Untergrund, die Steigung mit jedem Mal besser kennenlernen und sich darauf einstellen. Eine Unmöglichkeit auf dem Wasser. „Ich beobachte jede einzelne Welle. Wenn das Boot kaum noch Kontakt mit dem Wasser hat, kann es sein, dass es einen rumdreht.“

Höchste Konzentration ist angesagt

Damit das nicht passiert oder sie bei Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h nicht flippt, wie die Rolle rückwärts, bei der die Boote in die Luft schießen, in der Szene genannt wird, steht Weber wie allen Rennteilnehmern ein so genannter Radioman zur Seite. In Isabells Fall übernimmt der Vater die verantwortungsvolle Aufgabe. Er gibt wichtige Hinweise über Funk wie: „Jetzt ist gerade starker Wind von vorne.“ Die 20-Jährige kann daraus schließen, wie sie den Streckenabschnitt nehmen muss.

Die Boote erreichen bis zu 100 km/h. (Bild: ADAC Motorsport)

Die Strecke verändert sich mit jeder Welle. (Bild: ADAC Motorsport)

Während des Rennens wird man ordentlich geschüttelt. (Bild: ADAC Motorsport)

Ihr Vater war es auch, der Isabell Weber an den Motorbootsport heranführte, die in ihrem zivilen Leben in Rümmingen nahe Freiburg im Dreiländereck wohnt und gerade eine Ausbildung zur Bankkauffrau macht. Angefangen hat alles Weinachten 2012, als Mama und Papa ihr einen Schnupperkurs schenkten. Den machte sie schnell, legte die Rennlizenz nach und fuhr 2013 schon ihre erste Saison im ADAC Motorboot Cup, der seine Rennen bundesweit auf Seen, Flüssen oder auch mal einem Hafenbecken am Meer austrägt.

Gleiche Voraussetzungen für alle

Die Regularien sind schon für die Nachwuchsklasse strikt: „Alle haben dasselbe Material, den gleichen Rumpf, die gleichen Motoren, den gleichen Propeller“, so Weber. In ihrer Klasse leisten die über 200 Kilo schweren Boote, die aussehen wie kleine Raketen, 30 PS mittels Außenborder-Viertakter mit 500 Kubikzentimetern. „Man darf nichts verändern, außer der Höhe des Motors“, erläutert die Motorsportlerin, die als Team ihren Vater und ihren Freund, beides gelernte Kfz-Ingenieure, und die beiden Brüder um sich schart. Sie begleiten die Pilotin alle zwei Wochen zu Ihren Rennen und helfen beim Transport des 15.000 Euro teuren Katamarans, der immer mit einem Kran zu Wasser gelassen werden muss - sei es im Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg oder in Brodenbach an der Mosel. An die Strecke erinnert sich Isabell übrigens besonders gerne, wurde sie doch im Sommer 2017 vor 2.000 begeisterten Zuschauern beim ADAC Motorboot Cup Dritte hinter Vorjahressiegerin Denise Weschenfelder (Karlsruhe) und Max Winkler (Heppenheim).

Unterstützt wird Isabell durch ein engagiertes Team. (Bild: ADAC Motorsport)

Grundsätzlich laufen die Rennen so ab: „Wir rasen alle gemeinsam los, um die erste Boje möglichst als Erster zu erreichen, dann darf man seine Linie verlassen“, erläutert Isabell den Start, bei dem es praktisch um das Ergattern der Pole-Position geht. Mit dem rechten Fuß geben die Piloten Gas (der linke steht fest), um auf den Runden eines Kurses Plätze gut zu machen. „Jede Welle verändert das Fahrverhalten direkt“, so die Wassersportlerin. Ziel ist es, das Boot auf einem ruhigen Luftpolster flitzen zu lassen. So wie es die Profis bis zur Perfektion treiben, denen Weber nacheifert. Ihren größten sportlichen Erfolg feierte sie 2016, als sie beim ADAC Motorboot Cup den zweiten Platz belegte und damit deutscher Vize-Meisterin ihrer Klasse wurde. „Ich bin stolz darauf, dass es so gut klappt“, sagt Weber, macht sich in einer Hinsicht aber keine Illusionen: „Von dem Sport kann man nicht leben. Man muss eher Geld mitbringen.“

Kein Sport wie jeder andere

In Polen oder Norwegen sei Rennbootfahren viel populärer und lukrativer. In Deutschland hingegen finde der Sport vergleichweise wenig Unterstützung. „Dabei bringt doch jeder seine Leistung und zeigt was er kann – egal ob Formel 1, Motorcross oder Motorbootsport.“ Der ADAC immerhin fördert den Nachwuchs – auch, indem er Boote günstig verleiht, und Weber bekommt natürlich Unterstützung von kfzteile24 als Sponsor, wie man unschwer an der markanten Lackierung des Flitzers erkennen kann.

Volle Konzentration ist notwendig. (Bild: ADAC Motorsport)

Die Katamarane sind technisch identisch. (Bild: ADAC Motorsport)

Zu ihren Idolen zählt die 20-jährige Süddeutsche ihren Cousin, dem sie schon als Neunjährige half, das Boot mit anzuheben. Stefan Hagin heißt er und hat schon einen Weltmeistertitel in der Tasche. Dieses Jahr startete er mit seinem 400 PS starken F1-Katamaran, der in unter vier Sekunden auf 100 km/h beschleunigen kann, erstmals in der Formel 1. Und dann wäre da noch die Norwegerin Marit Stronoy, „die einzige Frau in der Formel 1“ der Motorbootrennen. „Vorbilder zu haben, ist wichtig“, sagt Weber. Und einen Weltmeistertitel würde sie auch nicht ablehnen. „Doch dazu muss ich in die Formel 4 aufsteigen.“ Erst ab dieser Klasse werden internationale Rennen ausgetragen.

Blaue Flecken gehören dazu

Da es auf unruhigem Wasser aber auch in ihrer Klasse, der deutschen Formel 5, schon ganz schön rumpelt, und man mit dem Körper am Boot immer wieder aneckt, hat Weber nach jedem Rennen blaue Flecken. „Das ist Standard.“, sagt sie. „Aber auf dem Kopf bin ich zum Glück noch nie gelandet.“ Aber sie wäre vorbereitet: Schließlich geht es jedes Jahr zum Turtle-Test.

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