Auto abschleppen – Verhaltenstipps

02. Aug 2016

| Sven

Abschleppstange

Dass ein Auto abgeschleppt werden muss, weil es sich aus eigener Kraft nicht mehr bewegen kann, ist zum Glück nicht der Normalfall. Wer jetzt die Kosten für den Abschleppdienst sparen möchte, sollte jedoch einiges beachten. Wir verraten Tipps und Tricks, erklären was erlaubt ist und wie ihr beim Abschleppen vorgehen sollten.

 

 

Abschleppen von Fahrzeugen (StVO §15a)

Solltet ihr in die missliche Lage geraten, euer Auto abschleppen zu müssen, solltet ihr den Paragraphen 15a der StVO kennen. Dieser besagt, dass beim Abschleppen von Fahrzeugen die Autobahn bei der nächsten Ausfahrt verlassen werden muss (Punkt 1). Entpsrechend darf ein Abschlepp-Gespann natürlich auch nicht auf eine Autobahn auffahren (Punkt 2). Beide Fahrzeuge müssen über eine eingeschaltete, funktionierende Warnblinkanlage verfügen (Punkt 3) und schließlich dürfen Motorräder nicht abgeschleppt werden (Punkt 4). Sie werden stattdessen aufgeladen. Ignoriert ihr diese Vorschriften, riskiert ihr Bußgelder und natürlich andere Verkehrsteilnehmer. Beachtet auch, dass Fahrzeuge nur abgeschleppt werden dürfen, wenn technische Defekte vorliegen, die nicht an Ort und Stelle repariert werden können. Wer nur vergessen hat, rechtzeitig zu tanken und dann beim Abschleppen erwischt wird, muss 70,- EUR löhnen und bekommt obendrauf einen Punkt in Flensburg.

 

Das richtige Verhalten beim Abschleppen eines Autos

Es empfiehlt sich grundsätzlich, zum Abschleppen eines Pkw eine Abschleppstange zu verwenden. Sie sorgt dafür, dass zwischen dem Zuggefährt und dem abzuschleppenden Fahrzeug der Abstand konstant bleibt. So kann der Hintermann nicht versehentlich auffahren, weil z.B. der Bremskraftverstärker als Unterstützung für die Bremsbetätigung ausfällt. Abschleppstangen bieten außerdem mehr Kontrolle über das Pannenauto bei Glätte. Besonders im Winter bei Schnee und Eis sind sie Abschleppseilen vorzuziehen. Solltet ihr euch dennoch für ein Abschleppseil entscheiden, vielleicht weil sie leichter und günstiger sind, dann darf das Seil nicht länger als 5m sein. Außerdem muss in der Mitte des Seils eine gut sichtbare, rote Warnflagge angebracht werden, die in der Regel Teil des Lieferumfangs beim Kauf ist. Egal wie ihr euch entscheidet, die zulässige Höchtsbelastung der Stange bzw. des Seils darf nicht überschritten werden. Das Pannenauto sollte auch nicht deutlich schwerer sein als der Zugwagen.

 

1. Abschleppstange oder Abschleppseil nur an den passenden Ösen befestigen

Euer Auto verfügt vorne und hinten über Abschleppösen, die eine zugfeste Verbindung zwischen beiden Karosserien zulassen. Keinesfalls solltet ihr ein Abschleppseil z.B. an der Stoßstange befestigen, da diese sonst abzureißen droht.

 

2. Zündschlüssel im Zündschloss lassen

Lasst den Zündschlüssel unbedingt auf der ersten Stufe im Zündschloss des abzuschleppenden Wagens stecken, damit das Lenkradschloss nicht einrastet und das Fahrzeug lenkbar bleibt.

 

3. Handzeichen zur Richtungsänderung

Da sowohl das Zugfahrzeug als auch der Pannenwagen mit eingeschalteter Warnblinkanlage fahren müssen, sind Richtungsänderungen mittels Handzeichen an andere Verkehrsteilnehmer zu kommunizieren. Dies geschieht am besten durch das linke Seitenfenster. Beim Abbiegen nach rechts einfach mit der linken Hand über das Dach nach rechts zeigen.

 

4. Geschwindigkeit beachten

Bis zu 50km/h dürfen beim Abschleppen gefahren werden. Sicherer sind jedoch maximal 40km/h. Dies ermöglicht dem Fahrer des Pannenautos, rechtzeitig zu reagieren und ein Auffahren zu vermeiden. Auch mit einer Abschleppstange sollte man nicht schneller unterwegs sein.

Abschleppstange von EAL zum einfachen Abschleppen von Pkws

Abschleppen mit Abschleppstange ist einfacher als mit einem Abschleppseil. Die Stangen sind allerdings schwerer und etwas teurer

5. Kein Führerschein im Abschleppauto notwendig

Der Gesetzgeber sieht ein Mindestalter von 15 Jahren für das Fahren des Pannenautos vor. Auch ein Führerschein braucht man am Steuer des abgeschleppten Wagens nicht. Dennoch solltet ihr nach Möglichkeit auf einen erfahrenen Fahrzeuglenker setzen, denn schließlich fällt nicht nur der Bremskraftverstärker sondern auch die Servolenkung beim Abschleppen aus.

Tipps beim Abschleppen von Automatik-Pkw und Elektroautos

Während bei Schaltwagen das Getriebe und die Antriebsache durch Auskuppeln getrennt werden, können Automatik-Pkw auch in der Fahrstufe N nur begrenzt abgeschleppt werden. Verfügt das Modell nicht über die Möglichkeit, die Verbindung zwischen Getriebe und Antriebsache zu trennen, kommt es nämlich zur Wärmeentwicklung, die mit erheblichen Schäden einhergehen kann. Grund hierfür ist die mangelnde Schmierung mittels Getriebeöl bei ausgeschaltetem Motor. In der Betriebsanleitung findet ihr in der Regel einen entsprechenden Hinweis zur unbedenklichen Streckenlänge. Muss das Fahrzeug weiter verbracht werden, lasst euren Automatikwagen lieber von einem Abschleppdienst abholen. Auch bei hochmodernen Elektroautos ist ein Abschleppen nicht ohne weiteres möglich. Häufig wird über eine Achse Energie erzeugt, die den Akku überlädt, weil an anderer Stelle kein Strom verbraucht wird. Dies führt zu Wärmeentwicklung und im schlimmsten Fall sogar zum Brand der Batterien.

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