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Bremsflüssigkeit wechseln - Kosten, Intervalle und Tipps

Bremsflüssigkeit wechseln

Der Wechsel der Bremsflüssigkeit kostet nicht viel und ist in der Werkstatt schnell erledigt. Wir erklären, warum der Austausch notwendig ist. (Bild: pisittar @istockphoto.com)

Abgesehen von wenigen Ausnahmen werden die Bremsen eines Pkw hydraulisch betätigt. Der Vorteil gegenüber rein mechanischen Systemen, wie sie früher Verwendung fanden, liegt auf der Hand. Die vom Pedal ausgehende Bremskraft kann überwacht und reguliert werden. Auch die notwendige Betätigungskraft ist deutlich geringer, da ein Bremskraftverstärker den Fahrer mithilfe von Unterdruck unterstützt. Gleichzeitig verhindert das ABS, dass die Räder blockieren und zusätzliche Assistenzsysteme verzögern das Auto ganz automatisch, um z.B. im Stadtverkehr Auffahrunfälle zu vermeiden. Die gesamte Sicherheitstechnik basiert jedoch darauf, dass stets genügend Bremsflüssigkeit in ausreichender Qualität in den Bremsleitungen und Bremsschläuchen zur Verfügung steht. Eine regelmäßige Kontrolle des Füllstands im Ausgleichsbehälter sollte daher jedem Autofahrer am Herzen liegen. Ob die Bremsflüssigkeit ausgetauscht werden muss, sieht man auf diese Weise aber nur bedingt.

Warum muss man Bremsflüssigkeit wechseln?

Bremsfüssigkeit besteht meist aus Polyglykolverbindungen und beigemengten Additiven und zeichnet sich dadurch aus, Wasser anzuziehen. Glykole werden schließlich auch als Enteiser und in Raumentfeuchtern eingesetzt. Diese als hygroskopisch bezeichnete Eigenschaft ist wichtig, um zu verhindern, dass sich im Bremssystem Wassertropfen sammeln. Das Wasser wirkt nicht nur korrosiv, könnte also zu Lochfraß führen, sondern gefriert bei Temperaturen unter dem Nullpunkt. Wasser geht zudem bereits bei 100° C in seinen Gaszustand über. Anders als Flüssigkeiten lassen sich Gase jedoch komprimieren. In der Folge sinkt der Bremsdruck und damit auch die Bremswirkung. Die hygroskopische Bremsflüssigkeit verhindert entsprechende Katastrophenszenarien, verwässert jedoch zunehmend. Mit steigendem Wasseranteil verringert sich der Siedepunkt bis bei ca. 3,5 % der Nasssiedepunkt erreicht ist, bei dem die Bremsflüssigkeit gewechselt werden muss. Typische DOT-4-Bremsflüssigkeit siedet nun schon bei 155° Celsius, während der Siedepunkt bei der Befüllung noch bei mindestens 230° C lag.

Wann bzw. wie oft muss die Bremsflüssigkeit gewechselt werden?

Bremsen erzeugen Wärme, aber Dampfblasenbildung durch Sieden der Bremsflüssigkeit muss unbedingt verhindert werden. Um zu prüfen, ob die Bremsflüssigkeit gewechselt werden muss, reicht es daher, mit einem Messgerät den Wasseranteil zu bestimmen. Ab ca. 3% Wasser in der Bremsflüssigkeit ist der Wechsel notwendig. In den meisten Fällen wird diese Sättigung nach zwei Jahren erreicht. Die Gefahr besteht darin, die Notwendigkeit für den Austausch zu unterschätzen, denn auch bei 3,5 % Wasseranteil wird das Auto im Stadtverkehr in der Regel unauffällig bremsen. Erst bei Extrembelastungen wie z.B. einer Vollbremsung aus hohen Geschwindigkeiten oder langen Bergabfahrten versagen dann die Bremsen. Natürlich sind dies genau die Momente, in denen das äußert ungünstig und potentiell lebensgefährlich ist. Nehmen Sie den Wechsel der Bremsflüssigkeit daher ernst. Neben der Wasseranteilsbestimmung kann auch die Farbe der Bremsflüssigkeit über das Alter Auskunft geben. Neue Bremsflüssigkeit besitzt eine hellgelbe Farbe und ist durchsichtig. Ist die Bremsflüssigkeit dunkelgelb oder braun, sollte der Wechsel ebenfalls zeitnah angegangen werden. In den meisten Fällen wird die Bremsflüssigkeit bei den vom Hersteller vorgegebenen Inspektionen geprüft und getauscht. Achten Sie jedoch insbesondere beim Gebrauchtwagenkauf auch auf die Bremsflüssigkeit.

Was kostet das Wechseln der Bremsflüssigkeit?

Wurde die Bremsflüssigkeit regelmäßig nach Herstellervorgaben gewechselt, ist nicht mit Schwierigkeiten oder Problemen zu rechnen. Je nach Fahrzeug dauert die Arbeit in der Werkstatt zwischen 30 und 45 Minuten, was je nach Arbeitspreis und Kosten für die Bremsflüssigkeit selbst in einem Aufwand von ca. 100 - 150 EUR resultiert. Wurde der Bremsflüssigkeitswechsel verschlafen und sind die Leitungen korrodiert, kann es teuer werden. Im Zweifel müssen sie ebenso wie der Hauptbremszylinder ausgetauscht werden. Auch das Vermengen von Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis und Silikonbasis führt zu erhöhten Kosten, da es zu chemischen Reaktionen kommt, welche die Leitungen angreifen. Achten Sie daher stets darauf, die richtige Bremsflüssigkeit einzufüllen.

alte Bremsflüssigkeit über Entlüftungsnippel ablassen

Durch Überdruck wird die alte Bremsflüssigkeit an allen Bremsen entfernt. (Bild: kadmy @istockphoto.com)

Welche Bremsflüssigkeit braucht das Auto?

Bremsflüssigkeit wird durch das amerikanische Department of Transportation klassifiziert. Die DOT-Nummer gibt Auskunft über die Siedetemperaturen im Neuzustand und bei einem Wasseranteil von 3,5% sowie die Viskosität bei 100° C und -40° C. Man will schließlich sowohl im Winter als auch im Sommer sicher bremsen. An der DOT-Einstufung kann man auch erkennen, ob es sich um Bremsflüssigkeit auf Glykol- oder Silikonbasis handelt. DOT-3, DOT-4 und DOT 5.1 basieren auf Polyglykolen, während DOT-5 Silikon enthält. In der Regel benötigen europäische Wagen DOT-4-Bremsflüssigkeit, wobei bei Sportwagen auch DOT-5.1 notwendig sein kann. Die genauen Bestimmungen finden Sie im Handbuch des Wagens und häufig auch auf dem Deckel des Ausgleichsbehälters. Aber vorsicht: Sollte dieser ausgetauscht worden sein, halten Sie sich an die Vorgaben der Fahrzeugherstellers. Auf der Suche nach Bremsflüssigkeit werden Sie auch auf Bezeichnungen wie DOT 4 Plus, DOT 4 HP, DOT 4 Pro oder DOT 4 Super stoßen. In der Regel ist damit Bremsflüssigkeit gemeint, deren Viskosität auf Assistenzsysteme wie ESP oder ABS optimiert ist und durch eine geringe Zähflüssigkeit die entsprechenden Ventile schont.

Wieviel Bremsflüssigkeit ist notwendig?

Ein normales Auto benötigt ungefähr einen Liter Bremsflüssigkeit und genau in dieser Menge kann man Bremsflüssigkeit in der Regel auch kaufen, wobei man in der Regel mindestens zwei Liter parat haben sollte, um auszuschließen, dass bei Befüllung Luft in das System gepumpt wird. Entsprechende Werkstattgeräte verhindern dies durch eine Membran, aber natürlich wird im professionellen Bereich auch mehr Bremsflüssigkeit für die unterschiedlichen Autos gebraucht. Bremsflüssigkeit kann man daher auch deutlich größeren Gebinden erwerben.

Kann man Bremsflüssigkeit selbst wechseln?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, die Bremsflüssigkeit auch in der heimischen Werkstatt zu wechseln, wenn man weiß, was man tut und die austretende Bremsflüssigkeit fachgerecht entsorgt. Beachten Sie jedoch, dass Bremsflüssigkeit giftig ist und aggressiv Haut und Schleimhäute angreift. Aus diesem Grunde sollte man beim Hantieren mit Bremsflüssigkeit stets Schutzhandschuhe tragen. Zunächst wird der Ausgleichsbehälter geöffnet und ein großer Teil der Bremsflüssigkeit mit einer Spritze abgesaugt und in einem alten Kanister gefüllt. Im Anschluss kann der Stopfen der Fülleinheit mit der neuen Bremsflüssigkeit aufgesetzt werden. Dort wird nun der Druck auf ca. 1,5 bar erhöht, wodurch neue Bremsflüssigkeit in das System gedrückt wird. Die Bremsflüssigkeit in den Leitungen wird über die Entlüftungsnippel an den Bremsen entfernt. Das Auto sollte aufgebockt sein oder sich auf einer Hebebühne befinden. Setzen Sie einen Abnahmeschlauch auf den Entlüftungsstutzen und schrauben Sie diesen jeweils heraus. Beginnen Sie hinten rechts - am weitesten vom Hauptbremszylinder entfernt.

Dot 4 Bremsflüssigkeit von ATE

Ein Liter Markenbremsflüssigkeit kostet ca. 10 EUR und man benötigt pro Auto meist nicht mehr als zwei Flaschen.

Durch den Überdruck am Ausgleichsbehälter wird die Bremsflüssigkeit nun durch den Entlüftungsstutzen gedrückt. Sobald die Farbe klar wird, können Sie den Stutzen wieder eindrehen. Es sollten ca. 250 ml in die Auffangflasche geflossen sein. Die Prozedur wird hinten links, vorne rechts, vorne links und ggf. an der Kupplung wiederholt. Achten Sie darauf, dass sich keine Luftblasen gebildet haben.

Darf man Bremsflüssigkeit nachfüllen oder mischen? Was muss man dabei beachten?

Es spricht nichts dagegen, Bremsflüssigkeit nachzufüllen, wenn sichergestellt wird, dass Glykole und Silikone nicht vermengt werden. Auch das Mischen unterschiedlicher Bremsflüssigkeiten z.B. DOT-4 und DOT-5.1 sowie DOT-4-Bremsflüssigkeit unterschiedlicher Hersteller ist kein Problem, wenn die neue Bremsflüssigkeit dem Mindestanforderungsprofil des Autos entspricht. DOT-3 Bremsflüssigkeit nachzukippen, wenn DOT-4-Bremsflüssigkeit drin ist, ist daher nicht zulässig. Unsere Empfehlung lautet jedoch, die Bremsflüssigkeit immer im Ganzen zu wechseln, um die Wartungsintervalle nicht durcheinander zu bringen. Es könnten sonst zusätzliche Werkstattkosten und Ausfallzeiten des Autos entstehen.

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