Welche Kosten verursacht ein Auto?

24. Aug 2016

| Sven

Auto auf Taschenrechner

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Auto zu kaufen, sollte wissen, welche finanzielle Belastung die individuelle Mobilität mit sich bringt. Der ADAC rechnet es monatlich vor und wir erklären, was dahinter steckt. Neben dem Kaufpreis und dem notwendigen Kraftstoff gibt es nämlich noch viele weitere Ausgaben, die ein Pkw nach sich zieht. Auch bei klammer Kasse und im Schuldenfall lohnt es sich daher, die Kosten für das Auto zu analysieren.

 

Funktion – Was für ein Auto brauche ich wofür?

Eine einfache Frage geht allen Kostenüberlegungen zum Thema Kfz voraus: Wofür brauche ich das Auto? Die Antwort darauf ist individuell von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich. Ein Auto kann auf seine reine Transportfunktion reduziert werden, d.h. ihr braucht es vielleicht, um zur Arbeit oder in den Garten zu kommen. Vielleicht befördert ihr häufiger Lasten oder seid nicht mehr gut zu Fuß? Ein Auto kann aber auch eine soziale Funktion übernehmen, wenn ihr z.B. mit der Familie mobil bleiben müsst oder flexibel auf Freunde und Kollegen reagieren wollt. Auch emotionale Werte spielen häufig ein Rolle, wenn es um Selbstbestätigung und Anerkennung geht. Ein Auto kann ein Statussymbol darstellen bzw. sein Fehlen je nach Umfeld als Makel verstanden werden. Autos können auch Hobby und Freizeitgestaltung sein. Sobald ihr die Frage nach dem Wofür für euch beantwortet habt, lassen sich die Ansprüche an das Auto mit den finanziellen Rahmenbedingungen in Einklang bringen.

 

Anschaffungskosten – Neu oder gebraucht? Kauf oder Leasing?

Der offensichtlichste Kostenfaktor beim Thema Kfz ist der Preis für das Auto selbst. Ihr habt die Wahl zwischen Neu- oder Gebrauchtwagen sowie dem Kauf (ggf. als Finanzierung) oder dem Leasing. Die Kosten lassen leicht überblicken, denn sie stehen im jeweiligen Vertrag. Der Kauf eines Neuwagens stellt in der Regel die teuerste Alternative dar. Der Kaufpreis ist am höchsten, die eventuelle Finanzierung ebenfalls und auch der Wertverlust im ersten Jahr ist mit Abstand am größten. Wer alle paar Jahre ein neues und modernes Auto benötigt, sollte lieber leasen und den Neuwagen über diese Form der Finanzierung praktisch „mieten“.

 

 

 

Für Gebrauchtwagen auf der anderen Seite müsst ihr keinen Neuwagen-Bonus löhnen. Es gibt sie beim Händler mit Garantie oder noch günstiger aus privater Hand – dann allerdings ohne Garantie. Beachtet den Zinssatz. Er stellt den Preis des Geldes dar und muss zum Kaufpreis des Wagens hinzugerechnet werden. Das gilt nicht nur beim Ratenkauf, denn Sofortzahlern entgehen schließlich Zinsen. Kauft ihr allerdings ein Auto auf Raten, müsst ihr euch zusätzlich Gedanken machen, wie diese im Falle der Arbeitslosigkeit über einen längeren Zeitraum getilgt werden können. Der Verkäufer hat sonst die Möglichkeit, vom Kaufvertrag zurücktreten und die Herausgabe des unter Eigentumsvorbehalt stehenden Pkws zu verlangen. Alles was ihr an Zinsen und Tilgung bis dahin geleistet habt, wäre dann futsch und das Auto ist weg.

 

Wertverlust

Ein großer Kostenpunkt beim Kauf eines Autos wird häufig unterschätzt: der Wertverlust. Er ist vor allem im ersten Jahr besonders hoch. Natürlich handelt es sich um eine Größe, die erst relevant wird, wenn das Auto wieder verkauft werden soll und ist daher für viele Autobesitzer nicht greifbar. Den irrealen Charakter verliert der Wertverlust jedoch schnell, wenn man sein Auto verkaufen muss oder möchte. Die realisierten Verluste können in die Tausende gehen. Dafür müsst ihr das Auto nicht einmal bewegen, denn bereits ab dem ersten Tag der Zulassung ist euer neues Auto für einen eventuellen Käufer „nur noch“ ein Gebrauchtwagen. Je nach Modell und Laufleistung, aber auch je nach Ausstattung und sogar Farbe sind im ersten Jahr 25% – 30% Wertverlust im Vergleich zum Neuwagenpreis keine Seltenheit. Überlegt euch also gut, ob es wirklich ein Neuwagen sein muss. Die genannten 25% bis 30% kann man sich nämlich auch einfach sparen, wenn man das Auto gebraucht nach einem Jahr kauft.

 

Auto und Taschenrechner

Wer sich ein Auto anschaffen möchte, sollte beachten, welche Kosten der Wagen verursacht. Wir klären auf.
Bild: M. Primakov @Shutterstock.com

Betriebskosten – Kraftstoff, Öl, Pflege

Die Betriebskosten des Autos entstehen durch den Fahrbetrieb und hängen vor allem davon ab, wie viel ihr mit dem Auto unterwegs seid. Insbesondere die Kosten für den Kraftstoff machen einen Großteil der Betriebskosten aus. Je nach Antriebskonzept können das Normalbenzin oder Super sein (ca. 1,30 EUR/l). Auch SuperPlus (ca. 1,35 EUR/l), Diesel und Bio-Ethanol (ca. 1,10 EUR/l), Autogas (ca. 0,7 EUR/l), Erdgas (ca. 1,1 EUR/kg) und Strom (ca. 0,28 EUR je kW/h) kommen zum Einsatz. Der durchschnittliche Verbrauch multipliziert mit den durchschnittlich gefahrenen Kilometern mal die Kosten pro Liter, kg oder Kw/h ergeben die durchschnittlichen Kraftstoffkosten. Beispiel: Bei angenommenen 1.500km im Monat und einem Verbrauch von 5l Super auf 100km benötigt ihr 75l. Daraus ergeben sich monatliche Kosten von ca. 97,5 EUR. Hinzu kommen regelmäßige Öl- und Filterwechsel sowie Wagenwäschen und Pflege. Auf den Monat heruntergebrochen machen diese Kosten ca. 25 Euro aus.

 

Werkstattkosten – Inspektionen, Verschleiß, Reparaturen

Ein Auto das bewegt wird, muss natürlich ab und zu auch in die Werkstatt. Hersteller legen Wartungsintervalle und Inspektionsumfänge fest und Verschleißteile müssen regelmäßig gewechselt werden. Dies können z.B. Bremsbeläge und Bremsscheiben oder Scheibenwischer sein. Doch auch Glühlampen, Batterien oder Reifen halten nicht ewig. Bei Reifen braucht ihr sogar zwei Sätze (Winter- und Sommerreifen), wobei der jeweils andere gelagert werden muss. Werkstätten lassen sich auch diesen Service bezahlen. Hinzu kommen Kosten durch unerwartete Defekte und Probleme an unterschiedlichsten Bauteilen sowie eventuelle Schäden durch Unfälle und Rempler. Die Werkstattkosten lassen sich daher im Vorfeld nur schätzen und können individuell hochgradig abweichen. Die monatlichen Werkstattkosten laut ADAC belaufen sich auf ca. 50 bis 150 Euro.

 

Fixkosten – Versicherung, Steuer, Parkgebühren

Auch ein stehendes Auto, das nicht fährt, verursacht Kosten. So benötigt ihr als Autofahrer immer eine Kfz-Haftpflichtversicherung, die es mit unterschiedlichen Deckungssummen und Beitragssätzen gibt. Eine zusätzliche Kaskoversicherung sorgt für Schutz und Kostenkontrolle. Je nach Tarifwahl ist das Fahrzeug dann gegen Brand, Diebstahl, Glasbruch oder Vandalismus gesichert. Die Versicherungskosten können je nach eurer Versicherungshistorie oder dem Fahrzeugmodell stark variieren. Auch die Kfz-Steuer muss jedes Jahr abgeführt werden und schließlich ist auch Parken in der Regel nicht umsonst. Neben Parkgebühren in der Stadt zählen dazu auch gemietete Stellplätze. Auch für die vorgeschriebene Haupt- und Abgasuntersuchung müsst ihr regelmäßig das Portemonnaie öffnen. Je nach Modell summieren sich die Fixkosten auf ca. 80 bis 250 Euro im Monat.

 

Beispiele – monatliche Kosten laut ADAC

In der folgenden Tabelle haben wir einige beliebte Fahrzeuge mit ihren vom ADAC errechneten Kosten beispielhaft herausgesucht. Die durchschnittlichen Kosten im Monat für euer konkretes Auto, könnt ihr direkt über den Autokostenrechner des ADAC einsehen.

 

durchschnittliche Kosten von Beispielfahrzeugen in Euro

Fahrzeug Kaufpreis Betrieb Werkstatt Fixkosten Werverlust Gesamt
Audi A6 Avant 1.8 TFSI 42.050,- 123,- 76,- 112,- 741,- 1.052,-
Skoda Octavia 1.6 TDI GreenLine 24.490,- 71,- 49,- 97,- 369,- 586,-
Ford Focus 1.0 EcoBoost Ambiente 17.960,- 97,- 50,- 88,- 265,- 500,-
Mercedes C 160 31.773,- 106,- 72,- 138,- 482,- 798,-
Opel Meriva 1.4 Active 19.450,- 119,- 54,- 100,- 249,- 522,-
Toyota Prius 1.8 Plug-In Hybrid Life 36.550,- 74,- 41,- 110,- 408,- 633,-

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