Was tun, wenn der Keilriemen quietscht?

26. Sep 2016

| Sven

Kelrippenriemen auf Riemenscheibe

Einen quietschenden Keilriemen sollte man nicht ignorieren, denn das prägnante Geräusch kann ein Indiz für ein Problem darstellen. Insbesondere dann, wenn es länger anhält. Wir erklären, wo das Quietschen herkommt, was ihr dagegen tun könnt und was ihr lieber lassen solltet. Wer sich nicht selbst an den Keilrippenriemen traut, sollte bei anhaltendem Quietschen auf jeden Fall eine Werkstatt aufsuchen.

 

Keilriemen oder Keilrippenriemen?

Bevor wir auf das Quietschen selbst eingehen, darf der Hinweis nicht fehlen, dass mit dem im Sprachgebrauch üblichen Keilriemen in der Regel ein Keilrippenriemen gemeint ist. Er ist eine Weiterentwicklung des älteren Keilriemens und gekennzeichnet durch Rippen, die in Längsrichtung verlaufen. Auf den Keilrippenscheiben sind entsprechende Vertiefungen angebracht, sodass Scheibe und Riemen ineinandergreifen.

 

Wodurch entsteht das Quietschen?

Unangenehme Geräusche des Keilriemens entstehen immer dann, wenn der Kraftschluss zwischen Riemenscheibe und Riemen nicht ausreicht. Es kommt zu einem Rutschen mit entsprechendem Quietschen. Die Ursache liegt u.a. in mangelnder Riemenspannung, d.h. der Riemen hat sich entweder gelängt oder eine eventuelle Riemenspannvorrichtung arbeitet nicht korrekt. Auch Feuchtigkeit, Fett oder Öl auf dem Riemen verringern die Haftung und erhöhen das Risiko des Durchrutschens. Beides lässt sich relativ leicht überprüfen. Häufig spielt auch das Wetter eine Rolle. Feucht-kaltes Klima in Herbst und Winter begünstigt das Quietschen, da Wasser auf dem Riemen die Haftung verringert und Kälte den Riemen versteift. In der kalten Jahreszeit werden außerdem häufig Zusatzverbraucher wie z.B. die Heizung benötigt, was den Widerstand am Generator erhöht, weil mehr Strom erzeugt werden muss. Schließlich muss das Geräusch nicht zwangsläufig am Riemen liegen. Auch verschlissene Spannrollen, Umlenkrollen und Schwingungsdämpfer können für das Geräusch verantwortlich sein.

 

Keilrippenriemen austauschen - VW Golf 4 Variant / Keilrippenriemen_korrekt_aufgelegt

 

Ursache für das Quietschen finden

Zunächst solltet ihr den Keilrippenriemen bei Stillstand genau unter die Lupe nehmen. Ist der Riemen flexibel oder porös? Sind kleine Risse auf der Außenseite zu sehen? Ist er frei von Fetten oder Ölen? Ist er intakt oder sind vielleicht die Kanten eingerissen? Kontrolliert insbesondere die Seiten, denn wenn er an der Seite der Riemenscheibe reibt, könnte dies die Ursache für das Quietschen sein. Schaut euch die Rippen genau an. Lässt sich vielleicht ungewöhnlicher Abrieb erkennen? Habt ihr nichts feststellen können, lasst als nächstes den Motor an und kontrolliert den Riemen während des Betriebs. Riecht es vielleicht nach warmem Gummi? Ist Abrieb irgendwo erkennbar? Wenn ihr den Motor nun wieder ausstellt, sollten der stehende Riemen und auch alle Lager und Scheiben anfassbar sein. Mehr als 45°C sind ein Indiz für übermäßige Reibung. Auch die Rillen der Riemenscheibe sollten glatt und frei von Kerben oder Verschleißmustern sein.

 

Riemenspannung regelmäßig prüfen

Aufgrund der Zugbelastung längen sich Keilriemen und Keilrippenriemen mit der Zeit. Prüft regelmäßig die Spannung und wechselt den Riemen rechtzeitig. Wir erklären hier, wie es geht.

Riemenspannung prüfen

Die Spannung des Keilrippenriemens darf natürlich nicht zu gering sein, doch auch zu viel des Guten ist denkbar. Wird eine zu hohe Spannung eingestellt, verschleißen die Lager der Riemenscheiben und das Quietschen rührt vielleicht gar nicht vom Keilrippenriemen. Insbesondere beim Anlassen des Motors solltet ihr beobachten, ob sich vielleicht die Riemenscheiben oder die Umlenkrollen außergewöhnlich bewegen, weil beim Starten die größte Kraft wirkt.

 

 

Hilft Keilriemenspray?

Die Meinungen zu Keilriemenspray gehen weit auseinander. Die Mittelchen versprechen auf zweierlei Art dem Quietschen Einhalt zu gebieten. Zum einen dienen sie der Pflege und dem Schutz des Riemens, um ihn geschmeidig zu halten und vor Abrieb zu schützen. Zum anderen sollen sie selber für mehr Haftung sorgen. Insbesondere bei wetterbedingten Geräuschen versprechen sie Linderung. Hält das Geräusch jedoch an, ist der Besuch einer Werkstatt unerlässlich. Dringend abraten möchten wir euch vor allerlei Hausmitteln wie z.B. Seife an den sich drehenden Riemen zu halten. Das bringt nichts und ist außerdem gefährlich.

 

Kosten für den Wechsel

Keilrippenriemen sind in der Regel günstig und kosten zwischen 5 und 20 Euro, allerdings ist der Wechsel meist mit hohem Aufwand verbunden, weil moderne Motoren wenig Platz bieten. Je nach Stundensatz der Werkstatt können bei 2-3 Stunden Aufwand ca. 150-200 Euro für den Austausch des Keilrippenriemens zu Buche schlagen. Einen permanent quietschenden Keilriemen sollte man trotz der Kosten wechseln. Schließlich werden über ihn neben der Lichtmaschine in der Regel auch die Wasserpumpe oder die Hydraulikpumpe für die Servolenkung betrieben. Sollte er reißen, ist daher die ausreichende Kühlung des Motors nicht mehr gegeben und die Lenkung wird deutlich schwerer. Natürlich wird auch die Batterie nicht mehr geladen und der nächste Startversuch endet u.U. kläglich.

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1 Kommentare

  • Super Artikel!
    Mein Auto hat die letzten Tage gequietscht und ich hab schon vermutet das es der Keilriehmen sein könnte.
    Habt mich gut aufgeklört und werde heute zur Werkstatt des Vertrauens!

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